"AI Agents selber bauen: Wege, Werkzeuge und Lernpfad"
AI Agents selber bauen — Claude Code Subagents und Skills, MCP-Server und n8n im Vergleich. Was du brauchst, ein realistischer Lernpfad und typische Fehler.
Boris Dittberner
Gründer, SixSides Academy
Warum AI Agents selber bauen?
Fertige Agent-Tools lösen Standardprobleme gut — aber sobald es um deinen spezifischen Workflow geht (deine Tools, deine Daten, deine Abläufe), stoßen fertige Produkte an Grenzen. Wer versteht, wie man AI Agents selbst zusammensetzt, kann genau die Automatisierung bauen, die im eigenen Alltag oder Unternehmen wirklich fehlt — statt sich an die Grenzen eines fertigen Produkts zu halten.
Was ein AI Agent überhaupt ist und wie er sich vom Chatbot unterscheidet, erklären wir im Grundlagen-Artikel Was sind AI Agents?.
Drei Wege, um eigene AI Agents zu bauen
Es gibt nicht den einen richtigen Weg — die drei gängigsten Ansätze unterscheiden sich in Aufwand, Flexibilität und Zielgruppe.
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Kurs ansehenWeg 1: Claude Code — Subagents und Skills
Claude Code bringt Agent-Fähigkeiten direkt mit. Zwei Bausteine sind dafür zentral:
- Subagents: spezialisierte Agenten, die eine Hauptinstanz von Claude Code für abgegrenzte Teilaufgaben startet — etwa einen Agenten nur für Tests, einen nur für Recherche. Wie das koordiniert abläuft, inklusive Architektur-Patterns wie Fan-out/Fan-in, steht im Agent-Orchestration-Guide.
- Skills: wiederverwendbare, dokumentierte Fähigkeiten, die Claude Code bei Bedarf lädt — vergleichbar mit einem Handbuch, das der Agent selbstständig aufschlägt, wenn eine Aufgabe dazu passt.
Der Vorteil: Du brauchst kein eigenes Backend, keinen eigenen Server. Claude Code läuft im Terminal, versteht deinen Projektkontext und wird über CLAUDE.md-Dateien und natürliche Sprache gesteuert. Einsteiger starten am besten mit unserem Anfänger-Guide zu Claude Code.
Weg 2: MCP-Server — eigene Tools für den Agenten bauen
Ein Agent ist nur so gut wie die Tools, die er nutzen kann. Das Model Context Protocol (MCP) ist der offene Standard, mit dem du Claude und andere kompatible Clients an eigene Datenquellen und Aktionen anbindest — eine Datenbank-Abfrage, einen internen API-Call, ein CRM.
MCP-Server zu bauen ist Programmierarbeit, aber überschaubar: Ein einfacher Server mit einem funktionierenden Tool lässt sich in unter einer Stunde aufsetzen. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung inklusive Code-Beispielen findest du im MCP-Server-Tutorial.
MCP ist der richtige Weg, wenn dein Agent auf spezifische, sonst nicht zugängliche Daten oder Systeme zugreifen soll.
Weg 3: n8n — visuelle Automatisierung mit Agent-Bausteinen
n8n ist eine Open-Source-Automatisierungsplattform, in der du Workflows visuell zusammensetzt statt zu programmieren. In Kombination mit Claude AI lassen sich damit auch agentenartige Abläufe bauen: Ein Node ruft ein Sprachmodell auf, das über den nächsten Schritt entscheidet, bevor der Workflow verzweigt.
Der Vorteil von n8n: eine niedrige Einstiegshürde, viele vorgefertigte Integrationen (E-Mail, CRM, Datenbanken), kein klassisches Programmieren nötig. Der Nachteil: Bei sehr komplexer, dynamischer Entscheidungslogik wird die visuelle Oberfläche irgendwann unübersichtlicher als Code. Mehr dazu im n8n-Kurs-Artikel.
Was du brauchst, bevor du startest
- Einen Claude-Account (Pro oder Max für Claude Code) beziehungsweise Zugriff auf die genutzten Tools
- Grundlegende Terminal-Kenntnisse (cd, ls, git) — für Claude Code und MCP hilfreich, für reines n8n nicht zwingend
- Klarheit über die Aufgabe: Ein Agent für ein unklares Ziel wird kein gutes Ergebnis liefern. Je konkreter du beschreiben kannst, was der Agent tun soll und woran er merkt, dass er fertig ist, desto besser das Resultat
- Testdaten oder eine Sandbox-Umgebung, damit du den Agenten nicht direkt an Produktivdaten ausprobierst
Programmierkenntnisse sind hilfreich, aber bei Claude Code und n8n keine harte Voraussetzung — bei eigenen MCP-Servern schon eher, da du dort in TypeScript oder Python schreibst.
Ein realistischer Lernpfad
- Claude Code Grundlagen — Installation, erste Projekte, CLAUDE.md verstehen.
- Einen einzelnen Subagenten für eine klar abgegrenzte Aufgabe bauen — zum Beispiel nur für Code-Reviews.
- Einen ersten einfachen MCP-Server bauen, um Claude an eine eigene Datenquelle anzubinden.
- Multi-Agent-Workflows mit mehreren Subagenten parallel, inklusive Git Worktrees zur Isolation.
- n8n parallel oder ergänzend lernen, wenn feste, wiederkehrende Workflows statt flexibler Agent-Entscheidungen im Vordergrund stehen.
Wichtig: Diese Schritte sind kein Sprint. Wer bei Schritt 1 sauber arbeitet, hat bei Schritt 3 und 4 deutlich weniger Frust. Praktisch und mit persönlicher Betreuung geübt wird dieser Pfad im Workshop AI Agents Orchestration sowie im Cohort-Kurs AI Programming & Automation Expert der SixSides Academy.
Typische Fehler beim Bau eigener Agents
- Zu große Aufgaben auf einmal: Ein Agent, der "das ganze Unternehmen automatisieren" soll, scheitert an Unklarheit. Kleine, klar abgegrenzte Aufgaben funktionieren zuverlässiger.
- Fehlende Tool-Beschreibungen: Ein MCP-Tool ohne klare Beschreibung führt dazu, dass der Agent nicht weiß, wann er es einsetzen soll.
- Kein Review-Schritt bei kritischen Aktionen: Zahlungen, Löschungen oder Kundenkommunikation sollten nicht ungeprüft automatisiert laufen, solange das Setup neu ist.
- Zu viele Agenten zu früh: Multi-Agent-Orchestration hat Overhead. Für einfache Aufgaben reicht ein einzelner Agent völlig aus.
- CLAUDE.md vergessen: Ohne dokumentierten Kontext (Tech-Stack, Regeln, Projektstruktur) muss der Agent bei jeder Aufgabe raten.
FAQ
Was ist der einfachste Einstieg, um einen eigenen AI Agent zu bauen? Für die meisten ist Claude Code der niedrigschwelligste Einstieg: keine eigene Infrastruktur nötig, Steuerung über natürliche Sprache, Subagenten sind bereits eingebaut.
Brauche ich MCP, um Agents zu bauen? Nicht zwingend. MCP wird relevant, sobald dein Agent auf eigene, sonst nicht zugängliche Datenquellen oder Systeme zugreifen soll. Für viele Standardaufgaben reichen die eingebauten Fähigkeiten von Claude Code.
Ist n8n eine Alternative oder eine Ergänzung zu Claude Code? Beides ist möglich. n8n eignet sich gut für feste, wiederkehrende Workflows mit vielen System-Integrationen. Claude Code eignet sich, wenn Entscheidungslogik flexibel bleiben und direkt mit Code oder Dateien gearbeitet werden soll. Viele Setups kombinieren beide.
Wie lange dauert es, den ersten funktionierenden Agenten zu bauen? Ein einfacher Subagent für eine klar abgegrenzte Aufgabe lässt sich oft in wenigen Stunden aufsetzen. Ein produktionsreifes Multi-Agent-System mit eigenen MCP-Servern ist ein Projekt über mehrere Wochen — dafür sind strukturierte Lernpfade wie Workshops oder Cohort-Kurse hilfreich.
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Boris Dittberner
Gründer, SixSides Academy & SixSides AI
Boris hilft Professionals und Unternehmen im DACH-Raum, Claude AI produktiv einzusetzen. Fragen? Schreib ihm direkt.