Kurse2026-07-24· 8 Min

"KI-Berater werden: Skills, Wege und realistische Erwartungen"

KI-Berater werden — was ein KI-Consultant können muss (Use-Case-Findung, Tool-Auswahl, Prompting, Datenschutz/AI Act), Wege dahin und realistische Erwartungen.

BD

Boris Dittberner

Gründer, SixSides Academy

Was macht ein KI-Consultant eigentlich?

Ein KI-Consultant hilft Unternehmen, Künstliche Intelligenz sinnvoll einzusetzen — von der Frage "Wo lohnt sich KI überhaupt?" bis zur konkreten Umsetzung eines Workflows. Anders als ein reiner Tool-Trainer bewertet ein Consultant Prozesse, wählt passende Tools aus und begleitet die Einführung, inklusive der rechtlichen und organisatorischen Fragen, die dabei entstehen.

Wichtig für die Erwartungshaltung: KI-Beratung ist kein Verkauf von Zukunftsversprechen, sondern eine Mischung aus Prozessanalyse, technischem Verständnis und Umsetzungsbegleitung. Wie Unternehmen einen KI-Berater auswählen, beschreiben wir aus Kundensicht im Artikel KI-Beratung — So findest du den richtigen KI-Berater.

Die Kern-Skills eines KI-Consultants

Use-Case-Findung

Die wichtigste — und am meisten unterschätzte — Fähigkeit: erkennen, wo KI in einem konkreten Unternehmen tatsächlich Wert schafft, statt Tools um ihrer selbst willen einzuführen. Das bedeutet, bestehende Prozesse zu verstehen, wiederkehrende manuelle Aufgaben zu identifizieren und ehrlich zu bewerten, wo KI (noch) nicht sinnvoll ist.

Tool-Auswahl

Der Markt an KI-Tools ist unübersichtlich und verändert sich schnell. Ein Consultant muss beurteilen können, welches Tool für welchen Use Case passt — nicht anhand von Marketing-Versprechen, sondern anhand von Datenschutz, Kosten, Integrationsaufwand und tatsächlicher Eignung für die Aufgabe.

Prompting und Workflow-Design

Gute Beratung endet nicht bei der Tool-Empfehlung. Ein Consultant muss selbst zeigen können, wie ein Prompt oder Workflow aufgebaut wird, der zuverlässig funktioniert — inklusive der Frage, wie Ergebnisse geprüft und in bestehende Systeme integriert werden.

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Datenschutz- und EU-AI-Act-Grundlagen

Wer KI in Unternehmen einführt, kommt an Datenschutz und Regulierung nicht vorbei. Der EU AI Act klassifiziert KI-Systeme nach Risiko und legt je nach Klasse unterschiedliche Pflichten fest; DSGVO-Grundsätze gelten zusätzlich für jede Verarbeitung personenbezogener Daten. Ein Consultant muss kein Jurist sein, sollte aber wissen, wann ein Use Case rechtlich heikel wird und wann externe juristische Prüfung nötig ist. Die Grundlagen dazu haben wir im Artikel EU AI Act — Was dein Unternehmen jetzt wissen muss zusammengefasst.

Wege zum KI-Consultant

Es gibt keinen einzigen anerkannten Ausbildungsweg — die Rolle ist zu neu und zu breit dafür. In der Praxis kommen KI-Consultants meist aus einer von drei Richtungen:

  1. Aus der Praxis heraus: Marketing-, Prozess- oder IT-Profis, die KI zunächst in ihrer eigenen Arbeit einsetzen, dokumentieren, was funktioniert, und dieses Wissen dann für andere anwendbar machen.
  2. Über strukturierte Weiterbildung: Kurse und Workshops, die Tool-Wissen, Prompting und Workflow-Design systematisch vermitteln, statt sie nebenbei durch Ausprobieren zu lernen.
  3. Über technische Vertiefung: Wer zusätzlich zur strategischen Seite auch selbst Automatisierungen und Agents bauen kann, kann Beratung und Umsetzung aus einer Hand anbieten — ein Vorteil gegenüber reiner Strategie-Beratung ohne technische Umsetzungsfähigkeit.

Die SixSides Academy deckt diese Bausteine unter anderem in den Cohort-Kursen AI Marketing & Content Creation Expert (Prompt-Systeme, Workflow-Design, Lead Gen) und AI Programming & Automation Expert (technische Umsetzung mit Claude Code und Agents) ab.

Unabhängig vom gewählten Weg gilt: Ein einzelner Kurs macht niemanden zum fertigen Consultant. Er liefert das strukturierte Grundgerüst — Prozesswissen, Tool-Kenntnis, technische Grundlagen —, das anschließend in echten Projekten angewendet und vertieft werden muss. Wer diesen Schritt überspringt und direkt nach der Weiterbildung als Consultant auftritt, ohne je einen Use Case bis zum Ende begleitet zu haben, wird das in Beratungsgesprächen schnell merken.

Realistische Erwartungen

KI-Beratung ist ein Fachgebiet, das sich schnell weiterentwickelt — Tools, die heute Standard sind, können in einem Jahr ersetzt sein. Das bedeutet: kontinuierliches Lernen ist Teil der Rolle, nicht eine einmalige Ausbildung, nach der man "fertig" ist.

Genauso wichtig: Der Wert eines Consultants liegt selten im Tool-Wissen allein — das kann sich prinzipiell jeder selbst aneignen. Er liegt in der Fähigkeit, Prozesse zu verstehen, Prioritäten zu setzen und Umsetzung zuverlässig zu begleiten. Wer als Consultant startet, sollte deshalb reale Projekte suchen (auch kleine, auch Anfangsprojekte im eigenen Netzwerk), um diese Erfahrung aufzubauen — Tool-Wissen ohne Umsetzungspraxis überzeugt in der Beratung selten.

Eine eng verwandte, oft komplementäre Rolle ist der AI Automation Specialist, der stärker auf die technische Umsetzung von Workflows und Agents fokussiert ist als auf strategische Beratung. Den Unterschied und die jeweiligen Lernpfade beschreiben wir im Artikel AI Automation Specialist werden.

FAQ

Brauche ich eine Zertifizierung, um als KI-Consultant zu arbeiten? Es gibt keine gesetzlich vorgeschriebene Zertifizierung für die Rolle. Kursabschlüsse und Zertifikate können Vertrauen schaffen und strukturiertes Lernen belegen, ersetzen aber keine echte Umsetzungserfahrung.

Muss ich programmieren können, um KI-Berater zu werden? Nicht zwingend für strategische Beratung. Für Consultants, die Beratung und technische Umsetzung kombinieren wollen, sind Grundkenntnisse in Automatisierung und im Umgang mit Tools wie Claude Code aber ein klarer Vorteil.

Wie wichtig ist Wissen über den EU AI Act? Sehr wichtig, sobald du Unternehmen berätst. Auch ohne Jura-Hintergrund solltest du Risikoklassen und Grundpflichten kennen, um Kunden nicht versehentlich in rechtlich heikle Setups zu führen.

Was unterscheidet einen KI-Consultant von einem AI Automation Specialist? Ein KI-Consultant arbeitet primär strategisch: Use-Case-Findung, Tool-Auswahl, Prozessberatung. Ein AI Automation Specialist fokussiert sich stärker auf die technische Umsetzung von Workflows und Agents. In der Praxis überschneiden sich beide Rollen häufig.

Wie finde ich meine ersten Beratungsprojekte? Die meisten Consultants starten im eigenen Netzwerk oder in ihrer bisherigen Branche, wo sie die Prozesse bereits kennen. Ein dokumentiertes, funktionierendes Beispiel-Projekt — auch aus dem eigenen Unternehmen — überzeugt in Erstgesprächen mehr als reines Tool-Wissen.

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Boris Dittberner

Gründer, SixSides Academy & SixSides AI

Boris hilft Professionals und Unternehmen im DACH-Raum, Claude AI produktiv einzusetzen. Fragen? Schreib ihm direkt.

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